3.8.05

Kommunisten-Symbol auf Bier-Etikett




22,1 Millionen Hektoliter werden jährlich von der Heineken-Marke verkauft. Und Biertrinker in aller Welt vertrauen auf die Kennzeichen der Marke: Grüne Flasche oder Dose, den prägnanten weißen Schriftzug auf schwarzem Grund und den roten Stern.

Anleger in aller Welt vertrauen ebenso der Marke - auch wenn sich die Börsenkurse in den letzten Jahren nicht immer erfreulich entwickelt haben, gilt Heineken als ein solides Investment.

In aller Welt? Offenbar nicht. Bei einer Gruppe ungarischer Investoren ist das Symbol in Ungnade gefallen und sie geht sogar mit Anzeigen dagegen vor, berichtet die Budapester Zeitung: Der Verband der Börseneinzelanleger (Tebész) behauptet, der seit dem 19. Jahrhundert als Markenzeichen verwendete Heineken-Stern verstoße gegen das in Ungarn geltende Verbot der Verwendung totalitärer Symbole. In der Tat ähnelt das Logo dem fünfzackigen Abzeichen der kommunistischen Bewegung, aber der Brauriese beharrt darauf, dass sein Stern nichts mit Politik zu tun hat. Schließlich gab es seit dem Mittelalter den Brauerstern als Symbol des Brauergewerbes - dieser allerdings hat in den meisten Darstellungen eine andere Form; er ist ein Alchimistensymbol, das dem Davidstern ähnelt.

Die Zeitung zitiert auch den früheren Bildungsminister József Pálinkás: ,,Als wir hinter dem Eisernen Vorhang lebten, lernten wir den roten Stern nicht durch Heineken-Bier, sondern durch die Begegnung mit russischen Panzern kennen.” Auch würde Ungarn, wenn es den roten Stern als Markenlogo akzeptiere (wie das seit der Wende unbeanstandet passiert ist), womöglich auch Hakenkreuz, die SS-Embleme oder auch Sichel und Hammer in Marken-Logos akzeptieren müssen. In anderen EU-Ländern gibt es dazu eine differenzierte Sicht: In Deutschland und Österreich sind die Nazi-Symbole verpönt, nicht aber die der kommunistischen Diktatur. In Italien dagegen gab es eine Zeit lang sogar ein Hitler-Bier, in Frankreich ein "Pravda" genanntes Bier mit Wodka-Geschmack, das in cyrillischer Schrift beschriftet wurde und ebenfalls den roten Stern trug.

1 Comments:

Blogger Blau said...

Ach, die ungarische Regierung...! Ihr erklärtes Ziel ist es, das eigene Herrschaftsgebiet vom Rest der Welt zu isolieren, damit keiner in die allumfassende Regierungskorruption reinreden kann. Das einzige Problem besteht im Wunsch, die Geldmittel der EU so weit wie möglich zu melken und unter der Klientel der Orban-Partei zu verteilen.

Diese Regierung hat Selbstkritik längst verlernt und schreckt vor keiner Albernheit zurück!

12:49 nachm.  

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