29.3.13
12.6.09
Alternative Bierforschung in Wels
28.2.09
Bierkrieg kommt ins Kino
Garrett Oliver, Braumeister von Brooklyn Brewery, erklärt darin, dass die meisten Amerikaner nie "real beer" getrunken hätten, weil sie nur mit den Produkten und der Kommunikation der Großbrauereien konfrontiert seien. Und Jim Koch von Samuel Adams ergänzt: "Das ist, als ob wir alles, was wir über Essen wüssten, von Mc Donalds lernen würden."
Mehr infos zum Film unter: http://www.examiner.com/x-241-Beer-Examiner~y2009m2d27-For-one-night-a-beer-war-will-sweep-America
17.11.08
Zum Jubiläum gut aufgestellt
Ich habe aus diesem Anlass auch ein Portrait von Karl Schwarz geschrieben, dessen Familie die Zwettler Brauerei in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einer der großen Biermarken in Ostösterreich aufgebaut hat:
Für 300 Jahre schaut er noch recht frisch aus, auch wenn sich seine Haare in den letzten Jahren von hellblond auf hellgrau verfärbt haben. Tatsächlich ist Karl Schwarz, der Geschäftsführer der Zwettler Brauerei, erst 40 Jahre alt - doch sein Unternehmen hat dieser Tage das 300-jährige Bestehen gefeiert.
Mit all dem, was dazu gehört - und das heißt für einen gelernten Bierbrauer: mit einem eigenen Bier, dem "Jubilar". Auch wenn dieser Sondersud nicht im eigenen Haus gebraut wurde, sondern bei einem Kollegen in Obertrum, wo man besser auf die Produktion von obergärigen Bieren eingerichtet ist.
Schwarz sieht die Brauwirtschaft als eine große Kollegenschaft; als eine Branche, in der Zusammenhalt einen besonderen Wert darstellt. Er hat diesen Wert vor allem im Sommer 2002 erlebt: Da war die Brauerei eben mit Sudhausumbau und völlig neuer Fassade renoviert worden - da kam das verheerende Kamp-Hochwasser. Kaum hatte sich dieses zurückgezogen, kamen Angebote aus der gesamten Branche, bei der Wiederinbetriebnahme zu helfen. Selbst aus der Puntigamer Brauerei meldete sich ein Hilfstrupp bereit, um die knapp 100 Zwettler Brauereimitarbeiter zu unterstützen.
Dabei ist die Zwettler Brauerei nicht immer und nicht bei allen in der Branche beliebt gewesen: Karl Schwarz senior war nämlich einer der Rebellen, die Ende der Siebzigerjahre die gemütliche Welt des Bierkartells sprengten - aus dem Waldviertel mit seiner damals rasant schrumpfenden Bevölkerung musste man hinaus in neue Märkte. Genauer: in die Supermärkte.
"Unsere Brauerei hat damals voll auf den Handel gesetzt und die Kapazität auf 200.000 Hektoliter ausgebaut", beschreibt Schwarz die gewagte Strategie seines Vaters, die neuen Sudkapazitäten für billiges Bier (das zunächst markenlose "Stiftsbräu") zu nutzen, das dann vor allem an einen großen Abnehmer ("Löwa", der Vorläufer von "Zielpunkt") geliefert wurde.
In jenen Jahren lernte der Junior das Brauerhandwerk, ging auf die Walz in so kleine Brauereien wie die im Zillertal und in so große wie jene im deutschen Warstein, das damals die größte deutsche Brauerei beherbergte. Braumeisterprüfung und BWL-Studium schloss er beinahe gleichzeitig ab - und gerade rechtzeitig, als der Vater im Jahr 1995 schwer krank wurde.
Der Sohn übernahm den Betrieb, trennte sich von einer unrentablen Brauereibeteiligung im tschechischen Iglau, verpachtete das brauereieigene Hotel und konzentrierte sich darauf, die Marke wertvoller zu machen: Dass das Waldviertel ein so gutes Image hat, hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass Zwettler sich als "Waldviertel pur" positioniert - der Synergieeffekt mit anderen regionalen Unternehmen zeigt sich beim alljährlichen Fest in der Wiener City.
Konsequent wurde die Zwettler Marke mit hochwertigen Produkten in der Gastronomie aufgebaut: "Zwettler Zwickl" war das erste auf breiter Basis eingeführte unfiltrierte Bier. So wurde die Abhängigkeit vom Handel nach und nach reduziert, auch das Stiftsbräu wurde längst durch teurere Biere zurückgedrängt. Lieber braut (und trinkt) Schwarz das "Original" - ein Bier aus 100 Prozent Waldviertler Rohstoffen. Oder das Bio-Bier "Hadmar" aus der benachbarten Brauerei in Weitra, die er 2002 übernommen und inzwischen zu doppelter Größe ausgebaut hat.
(Erstveröffentlichung in: Der Standard/ Karriere am 8. November 2008)
13.9.08
Eferdinger Biergeschichte
Dieser Tage war ich von der Allianz Versicherung eingeladen, bei den Allianz Agenturtagen auf der Asitzhöhe bei Leogang eine Bierverkostung zu halten. Da hat mich einer der Gäste gefragt, ob ich mehr über eine Brauerei im oberösterreichischen Eferding wüsste.
Nein, da konnte ich ad hoc nicht dienen.
Aber dann hat es mir keine Ruhe gelassen - und ich habe zurückgemailt, was mir untergekommen ist: "Die Nachrichten über das Bräuhaus in Eferding sind tatsächlich sehr spärlich.
1844 wurde diese Brauerei neu gebaut, zunächst wieder als gemeindeeigener Betrieb weiter geführt, dann 1865 bis 1880 vom Mattseer Braumeister Gottfried Stampfl geführt. Ab dann dürfte die Konkurrenz der Linzer Brauereien zu stark geworden sein, die Brauerei wurde stillgelegt und 1888 von Josef Niklas erworben. Er war Besitzer der Linzer Stadtbrauerei (an der Unteren Donaulände) und war offenbar vor allem am Vertriebsgebiet im Bezirk Eferding interessiert. Er ließ die Aschacher Brauerei abreissen.
Damit hätten wir immerhin die gesicherten Zeiten des Bestandes dieser Brauerei etabliert.
Für 1728 ist in dieser herrschaftlichen Brauerei Jacob Hucher als Braumeister erwähnt – er braute 3000 Eimer Bier (1 österreichischer Eimer = 40 Mass = 160 Seidel = 56,589 Liter), also 1698 Hektoliter. Dafür zahlte er 150 Gulden Bieraufschlag (= Biersteuer).
Aus dem Brauereiverzeichnis 1795/97 (wieder zitiert bei Werneck) erfährt man von einem Ausstoß von 4392 Eimer, für die 1285 Gulden und 48 Kreuzer Bieraufschlag gezahlt wurden.
Übrigens stand die Bierbrauerei wohl anfangs noch in gewisser Konkurrenz zum Weinbau, der laut starhembergischen Akten von 1563-1742 belegt ist – später muss es in der Gegend von Eferding auch Hopfenanbau gegeben haben, was mit der Erfahrung zusammenpasst, dass Hopfen dort gut gedeiht, wo Wein gerade nicht mehr wächst. 1878 hat es noch 29,5 Joch Hopfenanbau im Bezirk gegeben, der spätestens mit dem Ersten Weltkrieg verschwunden sein dürfte."
Zu dieser Info erreichte mich nach mehr als zwei Monaten noch ein Nachtrag eines engagierten CV-Mitglieds mit dem schönen Couleurnamen Gambrinus:
"Richtig ist, daß Josef Niklas auch in Linz in Sachen Bier tätig war. Pächter
der städtischen Brauerei waren aber die brüder Hatschek (Eternit), die diese
später mit der Poschacher/Aktienbrauerei fusionierten.
Niklas war u.a. Pächter der Stiftsbrauerei Wilhering, der Kommunebrauerei
Gramastetten, Besitzer der Brauerei Wesenufer. In Linz betrieb er nur eine
Mälzerei. Der Firmenwortlaut hieß "Brauerei Niklas Wilhering-Linz".
Niklas war Schwager des Brauereibesitzers Sigl aus Ottensheim.
Da Niklas keine leiblichen Nachkommen hatte, übernahm die Stieglbrauerei
1926 seinen Betrieb in Wilhering, Linz und Gramastetten und legte ihn still.
Das erklärt die bis heute starke Verbreitung von Stiegl in den dem Stift
Wilhering zugehörigen Pfarren."


